8. Demokrit - ein Vorsokratiker
Die Atomtheorie erkläre auch unsere Empfindungen, meinte Demokrit. Wenn wir etwas empfinden, dann liegt es an den Be- wegungen der Atome im leeren Raum. Wenn ich den Mond sehe, dann geschieht das, weil die »Mondatome« mein Auge treffen. Aber was ist mit dem Bewusstsein? Das kann doch nicht aus Atomen bestehen, also aus materiellen »Dingen«? Doch - De- mokrit stellte sich vor, dass die Seele aus einigen besonders run- den und glatten »Seelenatomen« besteht. Wenn ein Mensch stirbt, wirbeln die Seelenatome nach allen Seiten davon. Danach können sie sich einer neuen Seele anschließen, die gerade gebil- det wird. Das bedeutet, dass der Mensch keine unsterbliche Seele hat. Auch das ist ein Gedanke, den viele Menschen heute teilen. Sie glauben wie Demokrit, dass die Seele mit dem Gehirn zusam- menhängt, und dass wir keine Form von Bewusstsein mehr haben können, wenn das Gehirn sich auflöst. Mit seiner Atomlehre zog Demokrit einen vorläufigen Schluß- strich unter die griechische Naturphilosophie. Er stimmte Heraklit darin zu, dass alles in der Natur »fließt«. Denn die Formen kommen und gehen. Aber hinter allem, was fließt, gibt es etwas Ewiges und Unveränderliches, das nicht fließt. Und das bezeich- nete Demokrit als Atome.
Seelenatome nach Demokrit